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[Bericht] Karpfenangeln an kleinen Flüssen

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[Bericht] Karpfenangeln an kleinen Flüssen

Karpfenangeln an kleinen Flüssen

Von Benjamin Gründer

Die Szene rund um das Karpfenangeln, hat sich weiter ausgebreitet. Fast an jedem Gewässer, findet man, an einen Sommerwochenende, grüne Zelte und eingefleischte „Carp Hunter“.

An jedem, Nein, eine Gattung wird meist nicht beachtet, die kleinen Flüsse in unseren Land. Flüsse die nicht breiter, als 10 bis 15 Meter sind und mehr im Focus, der Fliegenfischer stehen.

Wer auf der Jagd nach Riesen Karpfen ist, wird hier nicht fündig. Dennoch ist es eine große Herrausfordung, an diesen Gewässertyp regelmäßig zum Erfolg zu kommen.

Meistens schwimmen nicht viele Karpfen in den kleinen Flüssen, was es sehr schwer macht sie zu finden. Für alle, die sich dieser Aufgabe stellen wollen und einen guten 30 Pfünder zu schätzen wissen, habe ich meine Erfahrungen niedergeschrieben.

 

Nomaden der Flüsse

Das Karpfen große Strecken zurück legen können, sollte bekannt sein. Gerade im Fluss gilt deshalb: lieber 5 Stunden am richtigen Platz angeln, als 5 Tage am falschen.

Eine alte Weisheit, die scheinbar immer noch nicht, genügend Beachtung findet. Die Werbung scheint den potenziellen Käufer zu vermitteln, wenn du unser Futter fischt, kommen die „Big Ones“ von ganz alleine.

Gerade an Flüssen ist es aber so, wenn ich Futter abkippe und die Fische 5 km oberhalb von meinen Platz stehen, fange ich sie auch mit dem besten Futter nicht. Vielleicht ist das auch einer der Gründe, warum kleinen Flüssen keine große Beachtung geschenkt wird. Viele kleine Flüsse werden nicht mit Karpfen besetzt. Zum Anderen kommen teilweise Kilometer lange Flussstrecken. Oft fühlt man sich hier, auf der Suche nach der goldenen Nadel im Heuhaufen. Als erstes sehe ich mir das Gebiet genau an. Wie können die Fische ziehen? Sind Wehre oder Steinschüttungen, die den Fischen den Weg versperren,somit kann ich mein Angelrevier schon eingrenzen. Dann suche ich, nach Fress und Ruheplätzen im Fluss. Ruhezone finden wir meistens in tieferen Bereichen des Flusses. Wobei tief relativ ist. In meinem Hausgewässer, der Werra in Südthüringen sind Stellen mit 2,5 m schon die tiefsten Bereiche. Sind hier noch Wurzeln im Wasser und überhängende Bäume vorhanden, können Sie sich sicher sein, eine Ruhezone der Karpfen gefunden zu haben. Sind diese Bereiche begrenzt, lassen sich die Zugrouten der Fische leicht erahnen. In meinen Fall sieht das konkret so aus: ich habe ein ca. 3 km langes Flussstück, wo ich die Fische finden muss. Es gibt drei Bereiche die tief sind und Bäume,welche Unterwasserhindernisse bieten. Hierhin ziehen sich die Fische immer wieder zurück. Aber Vorsicht: verwechseln Sie nicht den Ruheplatz mit dem Fressplatz! Die Fressplätze gilt es zu finden und die Zugrouten zu ihren Ruheplätzen. Fressplätze bieten den Fischen natürliche Nahrung. Klingt logisch, wird aber immer wieder nicht beachtet. In meinen Augen, das wichtigste überhaupt, was fressen die Karpfen und wo finden Sie es?

Es gibt gerade in der Werra, Gebiete, welche durch die Aufstauung und die dadurch bedingt langsame Strömung, verschlammen. Im Faulschlamm finden die Fische keine Nahrung, dementsprechend werde ich die Fische dort nicht finden. Die besten Bereiche sind meistens die Übergänge von schnell fließenden Wasser zu strömungsberuhigten Bereichen. Hier wird Nahrung angespült und lagert sich an den Strömungskanten, am Gewässergrund ab. In diesen Gebieten finden wir meistens Schlammboden wo sich Tubifix, Würmer und andere Kleinstlebewesen sammeln. Solche Plätze habe ich bis jetzt an allen Flüssen gefunden, die ich befischt habe. Meistens findet man schnellfließendes Wasser mit einen Kiesgrund vor und direkt hinter diesen „Rauschen“ bilden sich kleine Gräben, wo sich die Nahrung absetzt. Haben Sie diese Plätz gefunden, können Sie ihr Angeln vorbereiten. Ich versuche immer eine Rute nahe der Standplätze zu fischen, um die Fische abzufangen, die aus diesen Gebieten auf Nahrungssuche gehen. Die zweite Rute kommt auf den Fressplatz.

 

 

Futter ist Macht?

Wie ich schon kurz anmerkte, sehe ich die Verwendung von großen Futtermengen skeptisch. Futter ist wichtig keine Frage, aber es gilt, Futter und deren Mengen richtig und der Situation angepasst zu verwenden.

Zum Ersten sollte man wissen, wie es mit dem Weißfischbestand aussieht. Gibt es viele Brassen, Döbel oder auch Barben, sollte man das bei der Futtermenge berücksichtigen.

Mais ist nicht nur günstig in 25 oder 50 Kilo Säcken zukaufen, ihn lieben auch die Fische. Ich greife regelmäßig auf Hartmais zurück und bereite ihn, kurz vor dem füttern vor. In einen Eimer fülle ich Mais und übergieße ihn mit Wasser. Das Ganze lasse ich drei Tage stehen, dann verwende ich den Mais, welcher nun genug gegärt hat. Um den Platz attraktiv über mehrere Stunden zu halten, greife ich auf Pellets in verschiedenen Größen zurück. Diese lösen sich nach und nach (je nach Wassertemperatur) auf und geben konstant, Geschmackspartikel an das Wasser ab. Boilies kommen natürlich auch zum Einsatz. Gerne greife ich auf süße Boilies mit weißer Farbe zurück. Früher habe ich viel selbst gedrehte Murmeln mit Fischmehlen gefischt. Mittlerweile weiß ich, das weiße (farbige) und süße Köder schneller einen Fisch fangen. Wir stellen den Fischen nur eine Konkurrenz zur ihrer natürlichen Nahrung her. Durch den Farbenkontrast und den süßen Geschmack heben sich die Köder deutlich von der natürlichen Nahrung ab und fangen in meinen Augen schneller. Da ich keine Zeit habe, lange vorzufüttern, bereite ich meinen Angelplatz max. drei Tage vor dem eigentlichen Fischen vor. Jeden Abend bringe ich dann ca. 5 Kilo Partikel und je ca. 1 Kilo Boilies (16mm und 20 mm) und Pellets ein. Gerade die flachen kleinen Flüssen haben den Vorteil oder auch das Problem, das wir unser Futter sehen können. Deshalb füttere ich meist abends, da die Wasservögel dann nicht mehr aktiv sind. Sehe ich tagsüber viele Wasservögel auf meinen Platz tauchen, weiß ich schnell das mein Futter von den Karpfen nicht gefressen wurde. Dann gilt, die Spotsuche geht weiter. Wenn ich abends Futter einbringe und Fische fressen auf meinen Platz, bleibt bis zum nächsten Morgen, für die Wasservögel nichts übrig, dann tauchen sie auch nicht. Somit sind auch die Wasservögel ein guter Leitfaden um zu sehen, ob Fische da sind oder nicht.

 

 

 

 

Montagen

Ich fische fast immer flache Inline Bleie. Diese liegen immer ordentlich am Grund und können nicht wegrollen. Zum Anderen bekommt der Fisch gleich das Gewicht des Bleies, sobald er unseren Köder anhebt. Ein wichtiger Bestandteil des Vorfaches, ist das Material. Dieses sollte steif sein. Da wir viel mit Weißfischen zukämpfen haben, ist es besser, wenn unser Vorfach immer wieder in die Ausgangsposition zurück geht. Das erreicht man mit Mono oder was bei mir häufiger zum Einsatz kommt, mit Kombirigs. Das binden geht leicht von der Hand und die Montage ist genau wie am See auch.  

Haken kommen bei mir bis Größe 6 zum Einsatz. Gerade an Flüssen habe ich die Erfahrung gemacht, das kleine Köder besser sind wie große. Deshalb greife ich auch auf kleine Haken zurück, da ich max. einen 20 mm Boilie oder zwei bis drei Maiskörner fische. Ein kleine Besonderheit, was meine Vorfächer alle haben, ist der Bleikern des Leadcore. Der Bleikern ist bei der Spleißung des Leadcore ein Abfallprodukt. Diesen benutze ich um meine Vorfächer zu beschweren. Dazu wickele ich einfach den Bleikern um mein Vorfach und schiebe ihn zusammen. Hält perfekt, beschädigt das Vorfach nicht, ich kann ganz leicht das Vorfach schwerer bzw. leichter machen und das Beste daran, alles zum Nulltarif. Bei Strömung finde ich es besser, wenn das Vorfach durch die Beschwerung flach auf dem Grund liegt und nicht hin und her pendelt.

 

 

 

 

 

 

 

Ruhe Bitte

Ein ganz wichtiger Punkt, bei kleinen Gewässer, ist die Ruhe. Ich versuche Kiesböden zu meiden, da diese Geräusche unterwasser verstärkt weitergegeben werden. Gerade Karpfen in kleinen Flüssen sind sehr scheu. Damit kann sich jeder, das Angeln selber zu Nichte machen, der bei Ankunft am Gewässer nicht einige Regeln beachtet. Keine Zeltheringe in den Boden hauen oder Banksticks. Gerne baue ich die Ruten etwas abseits vom Ufer aus. So das die Ruten nicht vom Wasser aus zu sehen sind. Klingt vielleicht etwas nach Panikmache, aber meine Erfahrungen haben mir mehr wie einmal gezeigt, wie scheu Flusskarpfen sein können. Schon oft konnte ich eine kleine Gruppe Karpfen bei der Nahrungsaufnahme im flachen Wasser sehen, eine falsche Bewegung und alle Fische flüchteten.

 

 

Perfekte Bedingungen

Sternstunden kann man auch an kleinen Flüssen erleben. Gerade nach einen Starkregen im Sommer, wenn das Wasser eintrübt und leicht steig kommen die Karpfen in Fresslaune. In solchen Situationen suche ich nach Plätzen, wo das eingetrübte Wasser in den Fluss fließt. Dort wo die Gräben mit dem Fluss zusammen treffen, endstehen Kehrströmungen und Nahrung wird in den Fluss gespült. Hier greife ich auf geteilte oder besser gesagt „gecrashte“ Bolies zurück. In diesen Fällen bediene ich mich, den Dips, um meinen Hakenköder attraktiver zu machen.

 

 

Viel Erfolg

Benjamin Gründer

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